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Netzwerk kausaler Faktoren der Adipositas (modifiziert nach 1)
(M. Wabitsch, Mai 2004)

Das Netzwerk kausaler Faktoren der Adipositas ist ein neues Konzept, das eine Vielfalt von Elementen, die Einfluß auf die Energiezufuhr und den Energieverbrauch miteinander in Verbindung bringt (s. Diagramm).

 

Abbildung: Netzwerk kausaler Faktoren der Adipositas


Obgleich diese Sichtweise sehr komplex ist, stellt sie dennoch eine Abbildung der Ätiologie des Adipositasproblems von einer Public Health Perspektive dar. Wenn man dieses Diagramm Spalte für Spalte, von rechts nach links durchgeht, hilft es, dieses Gesundheitsproblem besser zu verstehen.

Das Diagramm zeigt Faktoren, die auf verschiedenen sozialen Strukturebenen wirksam werden (jeweils als Überschrift dargestellt). Das bislang am weitesten verbreitete Ziel für Interventionen, ist die Beeinflussung des individuellen Verhaltens (s. ganz rechts). Die zahlreichen Pfeile weisen auf Faktoren hin, die das individuelle Verhalten beeinflussen und die die Vorstellung einer individuellen, freien Willensentscheidung bezüglich der Nahrungsauswahl und des Energieverbrauchs in Frage stellen.

Die Spalte mit der Überschrift "Schule; Arbeit und zu Hause" stellt den nächsten häufig im Mittelpunkt stehenden Focus für Interventionen dar. Jeder der einzelnen Bereiche wird beeinflusst durch Faktoren, die ihnen übergeordnet sind (upstream). Ein Beispiel: obgleich Schulen ein Ziel für Aktionen sein können, um die Nahrungsmittelauswahl oder die Art der körperlichen Aktivität von jungen Menschen zu verändern, ist klar, dass Schulen alleine und unabhängig von äußeren Strukturen, Geldgebern, Zulassungsbehörden und den zuständigen Schulgremien, handlungsfähig sein werden. Das Hauptinteresse der Schulen liegt im Bereich der erreichten akademischen Leistungen und Gesundheitsthemen sind normalerweise zweitrangig.

Die nationale Politik, die entsprechende Anreize oder finanzielle Unterstützung bereitstellt, wird u. U. notwendig sein, um tiefgreifende Veränderungen in Schulen unabhängig davon, wie gut ein spezielles, pädagogisches Programm sein mag, herbeizuführen. Auch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln innerhalb der Schulen steht in einer Beziehung mit den Vorgaben durch die Regierung, die ihrerseits die Mahlzeiten an den Schulen unterstützt, mit der Verfügbarkeit von frischen Nahrungsmitteln und mit ökonomischen Gesichtspunkten, die oft dadurch charakterisiert sind, dass bestimmt Einnahmequellen für Schulen eben von dem Verkauf von Nahrungsmitteln vor Ort abhängig sind.

Die nationale Politik ist abhängig von den internationalen Märkten und der ökonomischen Entwicklung der Länder. Internationale Banken können z.B. Schuldnerländer auffordern, mehr von ihren Agrarprodukten zu exportieren anstelle diese für die örtliche Nahrungsversorgung zu verwenden. Dadurch wird die Verfügbarkeit von Nahrung verschoben. Internationale Kooperationen haben einen immensen Einfluss auf die Nahrungsverfügbarkeit und Bedarf durch spezielle Werbe- und Marketingaktivitäten; Nahrungsmittel, die breit und intensiv vermarktet werden, haben mehr Platz in den Regalen, eine besonders hohe Gewinnspanne und werden relativ einfach weltweit transportiert werden. Internationale Kooperationen beeinflussen in gleicher Weise die Kaufkapazität über die Löhne und den Energieverbrauch über das Ausmaß der Arbeit, die notwendig ist, um den Lohn zu verdienen.

Es gibt noch weitere Beispiele, die die Interaktionen und Abhängigkeiten in diesem Netz kausaler Faktoren verdeutlichen. In dem dargestellten Netz ist kein einziger Bereich, in dem eine Motivation, das Verhalten zu ändern dazu führt, dass die Prävalenz der Adipositas vermindert wird, ohne dass dadurch eine Interferenz mit kompetitiven Interessen ausgelöst würde. Koalitionen mit der Verpflichtung Änderungen herbeizuführen müssen durch alle Ebenen hinweg realisiert werden -gegründet auf gegenseitiges Interesse. Dies ist eine typische Situation, in der eine breit basierte Public Health Perspektive erforderlich ist.

INFORMATIONEN

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